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Was kannst du tun?

Aktualisiert: Apr 6

6 Tipps, um umweltbewusster zu leben


„Wer verstanden hat und nicht handelt, hat nicht verstanden."

Josef Jenni

Bestimmt jedem ist klar, dass irgendwie die Notwendigkeit besteht, dass wir unsere Lebensweise ändern. Dem einen mehr, dem anderen weniger. Wie dringend es ist, dass wir aus unserer Komfortzone kommen, sollte in meinem ersten Artikel deutlich geworden sein ("Engagement bitte nur Sonntags"). Doch wie soll man das eigentlich so genau machen? Ungewöhnlich wenig wird uns darüber in der Schule beigebracht. Dabei ist es an vielen Stellen einfacher, als gedacht.

1. Fleisch

Ganz oben auf der Liste steht die Ernährung. Um genau zu sein: der Fleischkonsum. Das Essen von Fleisch gehört zu einer der größten Umweltsünden überhaupt. Dafür sorgt die ausgeprägte Flächennutzung der Tiere, die Treibhausgase, die bei Transport und Futterherstellung entstehen und noch viel mehr. (Wer mehr dazu wissen mochte, dem empfehle ich die Dokumentationen „Explained- Die Zukunft von Fleisch" (Netflix), Cowspiracy- Das Geheimnis der Nachhaltigkeit (Netflix) und das Video „Fleisch — Das leckerste Obel der Welt" (YouTube / kurzgesagt).)

Doch der Großteil von uns liebt Fleisch und konnte sich nicht einmal annähernd vorstellen, auf seinen Hamburger oder dergleichen zu verzichten. Aber das ist auch nicht unbedingt nötig. Es geht um die Massen an Fleisch, die jedes Jahr hergestellt, konsumiert und entsorgt werden. Fleisch ist nichts wertvolles mehr, und dass trotz der Opfer, die für es gebracht werden.

„Wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen. Das entspricht umgerechnet 75 Milliarden PKW-Kilometem." (Tanja Drager de Teran, WWF-Referentin für Klimaschutz und Ernährung) Es geht also nicht um komplettes Verzichten, sondem um konsequentes Einschränken. Und das ist tatsächlich leichter als man denkt. Es gibt unzählige vegetarische Ersatzvarianten und abgesehen davon ist es auch deutlich gesünder, nicht jeden Tag Wurst auf dem Brot zu haben.




2. Schlauer Einkaufen

Es gibt viele Dinge, auf die man beim Einkaufen achten sollte. Wenn man jedoch einmal damit angefangen hat, ist es viel weniger umständlich, als man denkt. So achte zum Beispiel darauf, wo das Obst und Gemüse herkommt, das du kaufst. Bevorzuge regionale Lebensmittel, die nicht schon etliche Kilometer hinter sich ge bracht und ftir einen enormen Spritverbrauch gesorgt haben. Soweit es geht sollten Fisch und Meeresfrüchte komplett von der Einkaufsliste gestrichen werden. Die Überfischung und Verschmutzung der Meere sind nur zwei der vielen Gründe. Die Mengen an Mikroplastik, der „Magnet für Schadstoffe", nehmen in den Meeren und so auch in deren Bewohnem zu.



3. Plastik

Das bringt mich zu dem wohl bekanntesten Kriterium beim Umweltschutz: Plastik. Plastikverpackungen sind praktisch und billig. Fast alles was wir kaufen, ist an irgendeiner Stelle in Plastik verpackt. Warum also darauf verzichten? Plastik scheint immer so unglaublich einfach, da es schnell und leicht zu entsorgen ist. Kein Abwaschen, kein ewiges Trennen. Doch Plastik verschwindet nicht einfach, sobald wir es nicht mehr vor Augen haben. Noch in hunderten von Jahren wird jedes einzelne Stück Plastik, das jemals hergestellt und nicht verbrannt wurde, irgendwo auf der Erde existieren. Es sammelt sich in Ozeanen sowie in Städten, die in den Massen an Müll versinken

Leider ist es gar nicht so einfach, komplett auf Plastik zu verzichten. Mittlerweile ist es fast überall. Aber es gibt viele Stellen, an denen es dann doch gar nicht so schwer ist: Wiederverwendbare Flaschen benutzen, statt immer eine neue kaufen (Spart auch Geld) und sich im Supermarkt einen Gemüsebeutel besorgen. So kann man unverpacktes Obst und Gemüse, sowie auch Brot ohne Probleme transportieren. Wenn man die Wahl zwischen Glas- und Plastikflasche hat, einfach für ersteres entscheiden. Auch Wattestäbchen gibt es in der plastikfreien Variante. Wattepads dagegen konnen aus Stoff leicht selbst gemacht werden.



4. Kleidung

Selten kaufen wir Dinge, die wir wirklich brauchen. Oft geht es vielmehr urn das Kaufen, als um die Sachen selbst. Welchen Konzern wir dabei unterstützen, gerät dabei sehr schnell aus dem Blickfeld. Kleidung, die wir tragen, wird unter unvertretbaren Arbeitsbedingen hergestellt und verursacht gleichzeitig einen enorm hohen Wasserverbrauch, sowie große Mengen an Treibhausgasen. Einer Untersuchung der britischen Ellen-MacArthur-Stiftung nach könnte die gesamte Textilindustrie fur ein Viertel des klimaschädlichen CO2-Ausstosses verantwortlich sein. Einen detaillierten Überblick über die Folgen bietet der Artikel „Schlimmer als Kreuzfahrten: Mode-Wahnsinn zerstört Umwelt — wie wir das ändern." bei Fokus Online. Wer aber nicht auf neue Kleidung verzichten möchte, hat viele nachhaltigere Varianten. Darunter zum Beispiel Flohmärkte, von denen es in Berlin mehr als genug gibt. (Jeden Sonntag im Mauerpark, Prenzlauer Berg). Auch Kleidertauschpartys gibt es immer wieder (Termine gibt es im Internet, auch auf Instagram unter @nachhaltigerlebeninberlin). Am Hakeschen Markt sowie rund um die Schönhauser Alle herum finden sich viele Second-Hand-Shops.



5. Haushalt

Das sind wohl die simpelsten Tipps: Wasser zu drehen beim Zähneputzen, um Wasser zu sparen (am besten auch beim Einseifen in der Dusche — man braucht das Wasser nicht die ganze Zeit). Licht aus, wenn man nicht Zuhause ist — spart Strom und Geld. Müll trennen und Pfandflaschen wegbringen, oder neben offentliche Tonnen stellen.


6. Wen möchte ich unterstützen?

McDonalds, Burger King, Primark, Starbucks - Ja, natürlich weiß jeder, dass all diese Ketten irgendwie nicht so richtig gut sind. Aber wie schlimm, blenden wir, wie bei so vielem anderen, aus. Sie (außer Sturbucks...wieso da alle hin wollen ist mir immer noch ein Rätsel) sind eben preiswert und überall auffindbar. Und doch werden für die unter schrecklichen Bedinungungen gehaltenen Tiere Wälder gerodet. Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen wie gen-Soja hat massive ökologische Auswirkungen (bekannter Fakt über McDonalds): Der hohe Einsatz von gefährlichen Pestiziden zerstört die Artenvielfalt und führt zu resistente Unkräutern, die mit immer mehr und giftigeren Spritzmitteln bekämpft werden müssen.

Wasser und Böden werden dadurch verschmutzt und Anwohner in den südamerikanischen Anbauregionen sind den oft mit Flugzeugen ausgebrachten Giften schutzlos ausgeliefert. Von der Art wie das Essen verpackt ist, muss ich wohl gar nicht erst anfangen..


Der Umwelt, den Menschen hinter der Kleidung, dem Kaffee und dem Hamburger, und auch den Tieren zuliebe: Denke darüber nach, ob du dafür den Geld ausgeben willst.


Bildquelle: https://industrie.de/arbeitswelt/ericsson-studie-ikt-branche-als-problemloeser-beim-umweltschutz/



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